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Netzausbau braucht Tempo, keine teuren Umwege

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Führende Freileitungsbauunternehmen unterstützen den Kurs zu mehr Freileitungen und fordern klare Technologieentscheidungen

Deutschland steht beim Ausbau seiner Stromnetze vor entscheidenden Weichenstellungen. Der steigende Strombedarf durch Elektrifizierung, Digitalisierung, Industrieumbau und den Ausbau erneuerbarer Energien erfordert ein leistungsfähiges, robustes und vorausschauend geplantes Übertragungsnetz. Mit dem Entwurf zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes hat die Bundesregierung einen wichtigen Impuls gesetzt: Neue Höchstspannungs-Gleichstromverbindungen sollen künftig wieder stärker als Freileitung und nicht vorrangig als Erdkabel realisiert werden. Ziel ist es, den Netzausbau zu beschleunigen, kosteneffizienter zu gestalten und langfristig Netzentgelte und Energiekosten zu entlasten. Die führenden deutschen Freileitungsbauunternehmen begrüßen diesen Vorschlag ausdrücklich. Aus der praktischen Erfahrung in Planung, Bau und Umsetzung kritischer Energieinfrastruktur ist klar: Der Netzausbau gelingt nur, wenn politische Ziele jetzt in klare, langfristig tragfähige und praxistaugliche Technologieentscheidungen übersetzt werden.

„Der Netzausbau entscheidet sich nicht nur in politischen Zielbildern, sondern in der konkreten Umsetzung. Wer Tempo, Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss klare Technologieentscheidungen treffen. Freileitungen sind dabei kein Rückschritt, sondern ein zentraler Baustein für einen resilienten und wirtschaftlichen Netzausbau. Sie helfen zugleich, die Kosten für Wirtschaft, Industrie und Bevölkerung deutlich zu begrenzen.“, so Frank Westphal, Geschäftsführer VINCI Deutschland und CEO Omexom in Deutschland.

Klare Entscheidungen statt komplexer Hybridlösungen

Mischformen aus Freileitung und Erdkabel innerhalb einzelner Gleichstromvorhaben wirken auf den ersten Blick wie ein Kompromiss. In der Praxis erhöhen sie jedoch Komplexität, Schnittstellen, technische Risiken, Abstimmungsbedarf und Kosten. Hybride Lösungen führen nicht automatisch zu mehr Akzeptanz oder höherem Tempo. Im Gegenteil können sie Planung, Genehmigung, Bau und späteren Betrieb zusätzlich erschweren. Deshalb braucht es klare und verbindliche Technologieentscheidungen statt weiterer Sonderlösungen. Freileitungen stärken Wirtschaftlichkeit, Tempo und Resilienz Freileitungen sind eine bewährte, robuste und wirtschaftliche Technologie. Sie ermöglichen im Vergleich zu Erdkabelsystemen kürzere Planungs- und Bauzeiten, geringere Baukosten und eine hohe technische Verfügbarkeit. Auch der Lebenszyklus spricht für Freileitungen: Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages verweist bei Freileitungen auf eine technische Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren, bei Erdkabeln dagegen auf 20 bis 40 Jahre. Frühere Ersatz- und Erneuerungsbedarfe erhöhen langfristig Investitionsbedarf, Instandhaltungsaufwand und damit die Kosten für Wirtschaft, Industrie und Bevölkerung. Auch im Störungs- oder Sabotagefall zählt, wie schnell ein Schaden erkannt, behoben und die Versorgung wiederhergestellt werden kann. Bei Freileitungen lassen sich Fehler in der Regel schneller lokalisieren und Reparaturen einfacher durchführen. Das stärkt die Resilienz des Stromsystems und reduziert Ausfallzeiten. Umwelt, Landwirtschaft und Flächennutzung müssen ebenfalls differenziert betrachtet werden: Erdkabel reduzieren zwar die Sichtbarkeit von Infrastruktur, sind aber mit erheblichen Eingriffen in Böden, Natur- und Nutzflächen verbunden. Unter Freileitungen bleibt landwirtschaftliche Nutzung in der Regel möglich; entlang von Erdkabeltrassen gelten dagegen dauerhaft Einschränkungen, etwa bei Bebauung oder tiefwurzelndem Bewuchs. Akzeptanz braucht deshalb eine ehrliche Abwägung von Sichtbarkeit, Kosten, Flächennutzung und Umweltwirkung.

Industrielle Kompetenz und Standortfaktor Deutschland sichern

Der Freileitungsbau in Deutschland steht für jahrzehntelange Erfahrung, hohe technische Kompetenz, regionale Wertschöpfung und qualifizierte Beschäftigung. Rund 20.000 Menschen sind direkt und indirekt in diesem Bereich tätig. Diese Unternehmen und Fachkräfte planen, bauen und sichern die Infrastruktur, die für Energiewende, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend ist. Diese industrielle Kompetenz ist ein strategischer Erfolgsfaktor für den weiteren Netzausbau. Wer Tempo, Qualität und Resilienz im Übertragungsnetz erreichen will, muss die dafür notwendigen Kapazitäten in Deutschland erhalten, stärken und verlässlich einbinden. Das gilt auch für Deutschlands Attraktivität als Investitions- und Zukunftsstandort. Industrie, Digitalisierung und leistungsfähige Rechenzentren – insbesondere für KI-Anwendungen – brauchen eine stabile, bezahlbare und schnell verfügbare Strominfrastruktur. Wenn Deutschland in diesen Zukunftsfeldern aufholen will, kann es sich beim Netzausbau keine weiteren Verzögerungen leisten. Freileitungen bieten zusätzlich einen strategischen Nutzen für die digitale Infrastruktur: Glasfaserleitungen sind integraler Bestandteil moderner Höchstspannungs-Freileitungen und können an geeigneten Punkten entlang der Trasse eingebunden oder weitergeführt werden. So verbinden Freileitungen Stromübertragung und leistungsfähige Dateninfrastruktur in einer bestehenden, gut zugänglichen Maststruktur. Das ist ein entscheidender Vorteil für Netzsteuerung, Kommunikation, Industrie, Rechenzentren und KI-Anwendungen. Bei reinen Erdkabellösungen entsteht dieser Zusatznutzen nicht in gleicher Form; zusätzliche LWL Anbindungen erfordern dort eigene Trassenplanung, Tiefbau, Zugänglichkeit und Schutzkonzepte.

Unser Appell: Den Kurs jetzt konsequent umsetzen

Wir begrüßen den von Bundesministerin Katherina Reiche angestoßenen Kurs, neue Gleichstromvorhaben wieder stärker als Freileitung zu realisieren. Unser Appell an die Bundesministerin, die Bundesregierung und die beteiligten Fraktionen ist: Dieser Kurs sollte jetzt klar, verbindlich und praxistauglich weiterverfolgt werden. Für den weiteren Netzausbau halten wir vier Punkte für entscheidend:

Erstens: klare und verbindliche Technologieentscheidungen für neue Gleichstromvorhaben.
Zweitens: keine zusätzlichen Hybridlösungen, die Komplexität, Kosten und Umsetzungsrisiken erhöhen.
Drittens: eine faktenbasierte Bewertung von Kosten, Bauzeit, Reparaturfähigkeit, Systemverfügbarkeit, Lebenszyklus und Resilienz.
Viertens: die Sicherung von industrieller Kompetenz, Beschäftigung, digitaler Infrastruktur und Wertschöpfung in Deutschland.

Die Energiewende braucht ein leistungsfähiges Stromnetz. Dieses Netz muss nicht nur geplant, sondern auch gebaut, betrieben und im Störungsfall schnell wieder verfügbar gemacht werden können. Dafür braucht es Tempo, Verlässlichkeit und praxistaugliche Entscheidungen.

Absender:

Autmatec Leitungs- und Netzbau GmbH
cteam Consulting & Anlagenbau GmbH
electron Leitungsbau GmbH
eqos Energie GmbH
EUROPTEN GmbH
LTB Leitungsbau GmbH
Omexom Hochspannung GmbH
Powerlines Energy GmbH
ENPROM GmbH

Quellenhinweise: Bundesregierung: Stromnetzausbau effizienter machen, 29.04.2026. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Erdverkabelung von Höchstspannungsvorhaben, WD 5 – 3000 – 014/18, 2018.

Hier finden Sie unser Positionspapier zum Freileitungsbau als Download und Ihren Medienkontakt:

Omexom Deutschland
Inna Tereschenko
Head of Marketing and Communication
Tel. +49 1520 2198972
inna.tereschenko@omexom.com